Einleitung

Podium24 setzt sich ein für die Verbreitung einer Idee: der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. Wir tun dies durch die Ankündigung von Veranstaltungen und die ausführliche Erklärung der Idee. Wir verfolgen die Absicht, darüber zu informieren, was in unserer Gesellschaft passiert und wie wir auf die Herausforderungen und Probleme der Zeit reagieren können.

Keiner wird mehr bestreiten: Wir stehen vor vielen Herausforderungen. Terroristische Anschläge, wirtschaftliche Konjunkturschwankungen und Naturkatastrophen kennzeichnen unsere Zeit. Die Konturen der Industriegesellschaft, die Grenzen des Nationalstaates und die Strukturen repräsentativer Demokratie verschwimmen. Traditionelle Bindungen lösen sich auf und wohlfahrtsstaatliche Leistungen werden abgebaut. Gleichzeitig verlieren immer mehr Menschen ihre Arbeit. Und die, die Arbeit haben, fürchten um ihren Arbeitsplatz. Existentielle Fragen drängen sich auf: Wovon sollen Menschen leben, wenn sie keine Arbeit finden? Was gibt dem Leben ohne Erwerbsarbeit Sinn und Struktur?

Eine Antwort auf diese Fragen gibt die Idee des Grundeinkommens. Eine Idee, die vom liberalen Vordenker Ralf Dahrendorf, dem Soziologen Ulrich Beck, dem Unternehmer Götz Werner, dem Verleger Armin Pongs und vielen anderen befürwortet wird. Eine Idee, die nicht alle Probleme löst, die aber auf die steigende Arbeitslosigkeit reagiert und hilft, den Reichtum in unserer Gesellschaft gerechter zu verteilen.

Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler plädieren schon seit Jahrzehnten dafür, die vorhersehbaren Folgen der ausklingenden Arbeitsgesellschaft durch ein Grundeinkommen für alle Bürger abzufedern. Der Unterschied zur Sozialhilfe und ihren vielfältigen Erscheinungsformen ist einfach: Jeder Bürger bekommt ein Grundeinkommen, das der Sicherung der Existenz dient. Es wird bezahlt wie ein Gehalt und ersetzt in fast allen Modellen (siehe eigener Menüpunkt) die Vielzahl öffentlicher Almosen, die den Sozialstaat heute so völlig überlasten. Es macht den Menschen auch jenseits der Erwerbsarbeit handlungsfähig, setzt Existenzängsten ein Ende und garantiert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Es gibt den Menschen die Möglichkeit zur Selbstentfaltung und reduziert den aufgeblähten Verwaltungsapparat auf ein Minimum. Denn wo ein Grundeinkommen den Lebensstandard sichert, braucht man weder Sozialhilfe noch Arbeitslosengeld, kein Rentensystem oder Kindergeld – und auch nicht die unzähligen weiteren Subventionen, die heute oft nach Gutdünken verteilt werden.

Statt Milliarden an Steuergeldern zu verschwenden und praktisch alle Energie auf die sinnlose Debatte um den Erhalt der Vollbeschäftigungsgesellschaft zu konzentrieren, wäre es sicherlich sinnvoller, die Grundlagen für eine soziale Grundsicherung für alle auszuarbeiten. Ziel ist eine kapitalistische Gesellschaft mit menschlicherem Antlitz, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und ihm ermöglicht, auch jenseits der Erwerbsarbeit menschenwürdig zu leben.

Ziel ist die Ausarbeitung eines neuen Gesellschaftsvertrages, der ein neues Selbstbewusstsein des Einzelnen, ein neues Verständnis von Arbeit sowie eine Gesellschaft im Blick hat, die mehr Zeit lässt für alles, was das Leben lebenswert macht. Zeit für sich und die eigenen Ideen, also Eigenarbeit, Zeit für die Eltern, den Partner und die Kinder, also Familienarbeit, Zeit für das Netzwerk aus Freunden, Bekannten und Nachbarn, also Sozialarbeit, Zeit für politisches Engagement und kulturelle Angebote. Arbeit muss Sinn machen, Arbeit muss Spaß machen, Arbeit muss der Selbstverwirklichung dienen. Das wäre der neue Anspruch an die Arbeit.

Wir haben die Chance, diese Idee in die Tat umzusetzen, indem wir einen neuen Gesellschaftsvertrag aushandeln. Wie dieser letztlich aussieht, sollte auf der Grundlage eines intensiven Austausches entschieden werden. Möglich wird dies durch eine öffentliche Debatte. Die Herausforderung besteht darin, einen Gesellschaftsvertrag auszuhandeln, der uns nicht nur in technischer und ökonomischer Hinsicht voranbringt, sondern unsere Gesellschaft menschlicher gestaltet. Je mehr Menschen sich an dieser Diskussion beteiligen, desto eher wird es gelingen, die Gesellschaft von morgen auf die Basis von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit zu stellen.

„Es gibt viel zu tun in unserer Gesellschaft, aber bezahlte Erwerbsarbeit wird es nicht mehr für jeden geben“, so Armin Pongs. Sein Plädoyer lautet deshalb bewusst provokativ: „Ich will keinen Arbeitsplatz, ich will ein Einkommen.“